Als ich die Einladung des georgischen Tourismusverbandes zur dritten Euro-Asian Mountain Resort Conference in Georgien erhielt, warf ich gezwungenermaßen einen Blick auf die Landkarte um sicher zu gehen, dass ich mich auf meine Geografiekenntnisse verlassen konnte. Im Norden der große Wolf Russland, im Süden die Türkei und Armenien, im Osten Aserbaidschan und schließlich das Schwarze Meer, dass die Grenze im Westen bildet. Ich wusste also schonmal wo mich der Flieger hinbringen sollte, doch was mich dort erwarten würde, konnte ich nur erahnen. Halbwissen über den Kaukasuskrieg und die Sowjetunion und Vorurteile über Kriminalität, Korruption und Terror formten meinen Kenntnisstand über Georgien. Ein Blick auf die Website des auswärtigen Amts und die Tatsache, dass ich ohne Visum und nur mit dem Personalausweis bewaffnet einreisen konnte, ließ mich schließlich recht entspannt in die Maschine nach Tbilisi steigen.

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Schon nach den ersten Tagen konnte ich gewaltig mit Vorurteilen aufräumen und die entspannte Realität des Landes genießen. Statt unangenehmen Fragen und bösen Blicken eines Grenzbeamten am Flughafen auszuweichen, wurde ich nach einem kurzen Statement zu meinem Reiseziel mit einer herzlichen Geste in Georgien begrüßt. In der Hauptstadt Tbilisi ist alles anders, als ich es von zu Hause gewöhnt bin. Wilder Verkehr, alte Autos, Straßen mit gefährlich tiefen Schlaglöchern und teilweise heruntergekommenen Häusern, doch befremdlich oder gar gefährlich wirkte nichts. Eher aufregend, einzigartig und auf eine besondere Art und Weise anziehend. Ich fühlte mich wohl seit ich meinen Fuß aus dem Flieger setzte. Ständig wurde ich herzlichst in Georgien begrüßt und alle Menschen die ich traf, präsentierten mir ihr Land mit großem Stolz.  Die ereignisreiche Geschichte und die geografische Isolation des Landes ist vermutlich auch der Grund für die starke Kultur und den enormen Zusammenhalt der Menschen. Was mich zu Beginn am meisten reizte, waren die hohen Berge des Kaukasus, die teilweise über die 5000 Meter Marke ragen. Doch nicht nur die Höhe der Berge ist in Europa kaum zu schlagen, sondern auch die Möglichkeiten zum Skitouren und Freeriden. So viele Lines hatte ich ein einer Woche gesehen, die nur darauf warteten, mit Ski befahren zu werden. Die Berge sind eigentlich Grund genug für einen Powdertrip nach Georgien, doch die besonders herzliche Kultur, das gute Essen, der exzellente Wein und Unmengen Chacha (Schnaps aus Resten der Weingärung) sorgen für einprägsame Erinnerungen (Natürlich nicht bei Überkonsum).

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Grund für meinen Besuch war die dritte Euro-Asian Mountain Resort Conference in Tbilisi. 300 geladene Gäste lauschten zahlreichen Vorträgen und Diskussionen zur aktuellen Entwicklung des Wintersporttourismus auf der ganzen Welt, mit dem Ziel auch in Georgien in Zukunft die richtigen Fäden zu ziehen. Neben unendlichen Möglichkeiten zum Skitouren, wird nämlich seit einigen Jahren auch die Infrastruktur von Skigebieten ausgebaut. Der Premierminister bezeichnet sich selbst als Manager für dieses Mammutprojekt und investiert gehörige Summen.

Wo die Entwicklung momentan steht, was für die nächsten Jahre geplant ist und welche Hürden überwunden werden müssen, gibt’s dann im Herbst auf www.powder-magazin.de zu lesen. Bis dahin, stay tuned und viel Spaß mit den Fotos.

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