Nach zwei Tagen am Strand hatten wir eigentlich gar nicht wirklich Lust uns an einem Samstag in den stressigen Touristenalltag von Amsterdam zu stürzen. Mit zwei gemieteten Rädern ließen wir uns dann dennoch durch die Stadt treiben. Von Gracht zu Gracht radelten wir leicht beschwipst an allen Touriattraktionen vorbei und ließen auch das Anne-Frank Haus links liegen, an dem die Schlange länger war als vor dem Empire State Building. Der Tag neigte sich schön langsam dem Ende zu als wir das letzte La Chouffe aus der Tasche zogen und beschlossen auch die Nacht in Amsterdam zu verbringen. Nach einem weiteren Kaltgetränk auf dem Dach des Science Musem zog es uns weiter in den Norden der Stadt in eine chillige Bar am Wasser – Hannekes Boom. Kaum Touristen, viele junge Leute, schön langsam kamen wir in den Genuss der Stadt.

Als das Starkbier schön langsam seinen Zauber vollzogen hatte, schwangen wir uns wieder auf die Räder und zirkelten ins Zentrum der Stadt um noch mehr von Amsterdams nächtlicher Atmosphäre aufsaugen zu können. Paradoxerweise landeten wir schließlich in einer Bar Namens Café Belgique, doch das einzig belgische was die Bar zu bieten hatte waren die 30 verschiedenen Starkbiersorten im Kühlschrank, der Rest spiegelte Amsterdam auf kleinstem Raum wieder. Schulter an Schulter standen wir dicht gedrängt am Tresen, es roch nach Gras und einer nach dem anderen flüchtete aus dem Regen in die kleine, authentische Bar. Das Publikum hätte nicht gemischter sein können, doch die Stimmung war ausgelassen und alles wirkte real, beinahe so wie wir uns Amsterdam zu Beginn vorgestellt hatten. Schließlich verließen wir Amsterdam ohne eine einzige Sehenswürdigkeit gesehen zu haben, doch hatten keineswegs das Gefühl etwas verpasst zu haben.

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