Von Arrochar brechen wir auf in Richtung Fort William, der Ben Nevis, Schottlands höchster Berg steht auf dem Programm. Zuvor galt es aber einen gemütlichen Schlafplatz zu finden, also suchten wir uns auf der Karte die kleinste Straße aus und fanden uns in einem Tal Namens Glen Douglas wieder, dass sich zwischen dem Loch Long und dem Loch Lomond erstreckt. Etwas irritiert fuhren wir durch das Tal an einem Meterhohen Stacheldrahtzaun entlang. Das Eingezäunte Gelände erschien riesig, auf den Schildern war M.o.D, Ministry of Defense, zu lesen. Wie sich später herausstellte, liegt in diesem traumhaften Tal das größte Waffenarsenal der NATO in Westeuropa verborgen. Unscheinbare Bunker im Berg dienen hier als Lagerhallen für Sprengstoff, Bomben und Waffen, die im Ernstfall von der britischen Armee zuerst mit dem Schiff, dann auf Schienen zum Einsatzort transportiert werden. Unwissend fanden wir am Ende des Zauns trotzdem einen wunderschönen Schlafplatz und durften ein Schauspiel der Sonne, par excellence genießen.


Fort William, ein kleines Küstenstädtchen, für schottische Verhältnisse schon fast eine Großstadt. Alles hier liegt am Fuße des Ben Nevis, der höchste Berg Schottlands. Gut ausgerüstet, erwartungsvoll und motiviert brachen wir am nächsten Tag auf und waren sowohl überrascht als auch geschockt. Der Aufstieg gestaltete sich aus einer kilometerlange Treppe aus Natursteinen. Dieser Ben Nevis musste wohl ein Volkshype sein, dachten wir uns, denn man kam sich vor wie an einen sonnigen Sonntag  auf dem Weg nach Andechs. Mit uns pilgerten die unglaublichsten Kreaturen. Von Indern in Jeans und Nikes bis zu Engländern in Leggins und Springerstiefeln. Fehlte eigentlich nur noch der Spanier in Flip Flop… Oben angekommen stellte sich uns die Frage warum wir überhaupt hier hoch gelaufen waren. Es war weder ein spannender Weg, noch gab es hier oben irgendeine Aussicht.  In Nebel und Wolken gehüllt haben wir uns für ein paar Minuten dem schon seit mehreren Kilometer langem Geröllweg gewidmet und wieder den Rückweg angetreten. Etwas Gutes hatte es jedoch: Wir waren auf dem höchsten Berg Schottlands und müssen dort sicher nicht noch einmal rauf. Den Abend ließen wir bei schottischem Whiskey und Billard mit viel zu kleinen Kugeln in einem typisch britischen Pub ausklingen.

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